Theo & Hugo
Oh, was für ein Film! Seit ich ihn sehen durfte, geht er mir nicht mehr aus dem Sinn. Der schönste Paris-Film seit Jahren, gleichsam eine Reminiszenz an Agnès Varda und Jacques Rivette.
Ein Darkroom irgendwo in Paris. Eine Sexparty. Inmitten der verschwitzt-zuckenden Leiber treffen Théo (Couët) und Hugo (Nambot) aufeinander. Beide stecken in anderen Partnern, als ihre Blicke einander kreuzen. Als ihre Lippen sich berühren, flirrt die Luft, wird die Begegnung magisch. In ihrem Verlangen nacheinander verlieren sie alle Hemmungen.
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Kurz darauf zieht es sie gemeinsam nach draußen. Ein früher
Sommermorgen, die Straßen der Stadt sind leergefegt. Nun kommen die beiden sich
auch im Gespräch näher und geben sich einem gemeinsamen Traum hin, der jedoch
unversehens durch eine Realität bombardiert wird, der sie sich gemeinsam
stellen müssen. Am Ende der Nacht müssen sich die beiden Männer entscheiden, ob
sie sich kennenlernen oder es besser sein lassen wollen…
Jedes weitere Wort zur Handlung wäre zu viel. Im Grunde
genommen ist sie auch sekundär. Die feinfühlige Art, mit der Ducastel und
Martineau uns Zuschauer in die aufblühende Verliebtheit und Verunsicherung der
beiden Männer einbeziehen, ist das, was »Théo et Hugo dans le même bateau« so
besonders macht.
Das Ganze spielt in Echtzeit, und die weichen Kamerafahrten
durch das atemberaubend schöne Paris bei Nacht sind an und für sich schon eine
Augenweide. Gedreht wurde im August 2015. Ducastel und Martineau hatten ihre
Hauptdarsteller über Facebook gesucht und gefunden. Abgesehen davon, daß sie
keine Scham haben durften, war es evident, daß es zwischen den beiden »funkt« —
das war ausschlaggebend für das ganze Vorhaben.
Couët ist ein Schauspieler, der jede emotionale
Achterbahnfahrt authentisch zu vermitteln weiß, während sein Kollege Nambot
seinen umwerfenden Charme sprühen läßt. Beide Akteure wurden, wie die
Filmemacher auch, weltweit für ihre Arbeit mit Lob überschüttet. Premiere
feierte der Streifen ausgerechnet in Berlin, und zwar während der Berlinale, wo
er auch gleich einen Teddy gewann.
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Was an dem Film das Faszinierendste ist,ist daß er in Echtzeit gedreht wurde.
Die expliziten relativ langen Sexszenen am Anfang, sind allerdings nichts für zarte Gemüter, die sich unter dem Film eine Romanze vorgestellt haben.
Die expliziten relativ langen Sexszenen am Anfang, sind allerdings nichts für zarte Gemüter, die sich unter dem Film eine Romanze vorgestellt haben.
Man kann sich allerdings, wenn man die Produktinfo
durchliest, vorstellen, daß es in dem Film zumindest anfangs ordentlich zur
Sache geht. Da diese Szenen recht ästhetisch gefilmt wurden, tun sie dem Film
keinen Abbruch.
Ein durch und durch interessanter und packender Film !
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