Warum Cruising ein Tabu ist und
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Tabu des schnellen Sex in der Öffentlichkeit
Sven Hensel führte die Regie beim Kurzfilm
"CRUISING". Es ist seine erste Regiearbeit. Im Interview erzählt der
Bochumer, warum Cruising ein Tabu ist, warum er verschiedene Männerbilder zeigt
und was das alles mit Safer Sex zu tun hat.
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Wie seid ihr auf die Idee des Filmes gekommen? Cruising ist ja durchaus ein ungewöhnliches Thema.
Cruising gehört für viele queere Männer, und auch Männer,
die sich nicht als queer sehen, zum ausleben der eigenen Sexualität dazu - auch
wenn selten öffentlich darüber gesprochen wird. Bei uns im Film sagt Stani ja
auch nie, wo er Johannes kennen gelernt hat, nur dass er ihn kennen gelernt
hat.
Dennoch ist es für mich wichtig, die Geschichten zu
erzählen, die Leuten passieren, und nicht unnötig zu beschönigen.
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Man trifft einfach sehr unwahrscheinlich seinen Traumpartner in der nostalgischen Bibliothek unten an der Kreuzung, weil nicht jede*r in einer Großstadt lebt und nicht alle zu offenem, queeren Leben Zugang haben, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen. Und da setzt unser Film an: Was passiert denn abseits von den Großstädten? Auf den Rastplätzen, an den Wäldern, da, wo es halt geht? Es war auch von Vorteil, dass wir am Drehort viel Wald und abgelegene Ecken hatten, oder zumindest welche, die wir als solche inszenieren konnten.
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Welche Botschaft wünschst du dir, dass sie bei den Zuschauern hängen bleibt?
Konsens ist unabdingbar; Intimität ist schwierig, aber lohnt
sich; und alle machen ihre eigenen Erfahrungen im eigenen Tempo. Das hindert
uns aber nicht daran, einander zu helfen, wenn man einen Schritt zurück geht
und Verständnis zeigt.
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Was am Set war am schwierigsten?
Das schwierigste am Set war, die Ideen, die aufkamen, in
eine umsetzbare Form zu bekommen. Man durfte nicht mehr abbeißen als man kauen
konnte. Es gab mehr Schauspieler als Rollen zu vergeben, das heißt aus der Not
heraus haben wir eine meiner Lieblingsrollen erschaffen. Die schönste Erfahrung
beim Filmdreh war es, die ganzen, verschiedenen Darstellungen von Männlichkeit
vor und hinter der Kamera zu sehen, wie sie bei uns alle mir nichts, dir nichts
akzeptiert wurden. Diese Atmosphäre hat beim kreativen Arbeiten sehr viel
Freiraum gegeben.
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Im Film geht es um Safer Sex - aber es wird nicht mit päd.
Zeigefinger drauf gezeigt. Warum dieser indirekte Ansatz?
Ich finde, es liegt nicht viel Kunst in "Oh, wir wollen
einen Film über Safer Sex drehen, lass uns mal nur über Kondome reden".
Life imitates Art, und wenn die Selbstverständlichkeit von Safer Sex vorgelebt
wird, finde ich, begünstigt das für Zuschauer*innen eher eine
Auseinandersetzung mit ihrem Safer Sex-Verhalten als wenn man es ins Auge
drückt - ob das jetzt PrEP, Kondome oder andere Ansätze sind.
Tabu des schnellen Sex in der Öffentlichkeit
Wie ist es, sein Schwulsein auf dem Land zu entdecken? Die
Antwort darauf gibt der Kurzfilm CRUISING. Er handelt von der Suche nach
gleichgesinnten Jungs beim Cruisen. Der Film will für Safer Sex
sensibilisieren.
Stani wächst in der Einsamkeit mitten im Sauerland auf.
Fernab der Stadt und einer schwulen Jugendgruppe entdeckt er sein Schwulsein.
Bei nächtlichen Begegnungen an versteckten Orten trifft Stani andere Männer -
die das gleiche wie auch er suchen. Bis er dann Johannes kennenlernt.
Das ist die Geschichte von "CRUISING" - einem
Begriff, den die meisten Menschen eher mit früheren Zeiten der Schwulenbewegung
zusammenbringen.
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Aber auch 2017 ist Cruising, also die meist Suche nach Sex mit Männern an öffentlichen bzw. halböffentlichen Orten, noch ein Thema. Das zumindest stellten die jungen Teilnehmer eines Mediemcamps zum Thema HIV, Aids und STI fest, als sie eigene Erfahrungen austauschten. Und so entstand in einem einwöchigen Workshop unter Förderung der Aidshilfe NRW der Kurzfilm "CRUISING". (dpna)








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