Diversity am Arbeitsplatz
![]() |
| Foto-Tagesspiegel |
Beim Outen lieber vorsichtig & Homo- und transsexuelle Lehrkräfte Beleidigt und ausgegrenzt
Immer noch sagen viele ihren Kollegen nicht, dass sie schwul oder lesbisch sind. Bi- und Transsexuelle halten sich laut einer neuen Studie besonders zurück.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jdYqud
Kann ich als neue Mitarbeiterin oder neuer Mitarbeiter
sagen, dass ich mit meiner Freundin, meinem Freund ein Wochenende an der
Ostsee verbracht habe? Die meisten Heterosexuellen dürften über diese Frage
nicht nachdenken. Sie erzählen einfach davon, für sie ist das
selbstverständlicher Büro-Smalltalk. Wer jedoch nicht der gesellschaftlichen
Mehrheit angehört, sieht das oft anders. Jede dritte Lesbe und jeder dritte Schwule würde das Wochenende mit der
Partnerin oder dem Partner verschweigen. Für sie ist das kein belangloses
Alltagsgespräch – sondern mit einem Coming Out verbunden.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2hVr0DK
Wer weiß schon, wie Kollegen reagieren?
In Deutschland mag sich in den vergangenen Jahren viel
getan haben. Doch richtig akzeptiert, gar sicher fühlen sich viele
Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle am Arbeitsplatz immer noch nicht. Auch im Jahr
2017 berichten sie von Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer sexuellen
Identität, beziehungsweise ihrer Geschlechtsidentität. Das ist das Ergebnis der
Studie „Out im Office?!“, für die - gefördert durch die
Antidiskriminierungsstelle des Bundes - fast 3000 queere Menschen befragt
wurden.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jQTMGx
Die Offenheit ist im vergangenen Jahrzehnt gestiegen
Zwar ist die Offenheit im Arbeitsleben im vergangenen
Jahrzehnt gestiegen. Sprachen 2007 nur 12,7 Prozent der Befragten mit allen
Kollegen über ihre sexuelle Identität, sind das bei Lesben und Schwulen nun
28,9 Prozent. Gleichwohl ziehen es noch immer 30,5 Prozent vor, ihre
Homosexualität im Kolleg*innenkreis geheim zu halten (2007: 51,9 Prozent).
Führungskräfte sind tendenziell offener. „Eine Führungsposition macht weniger
angreifbar. Auch kommunizieren Führungskräfte umfassender, wenn sie sich zu
einem Coming Out am Arbeitsplatz entschließen“, sagt Studienleiter Dominic
Frohn vom Institut für Diversity und Antidiskriminierungsforschung.
Die größere Offenheit hängt laut Frohn damit zusammen, dass
sich die rechtliche Situation für Homosexuelle stetig verbessert hat – bis
hin zur Ehe für alle, die in diesem Jahr verabschiedet
wurde.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2hSQP7D
Das fängt damit an, dass Gerüchte
über sie verbreitet werden und endet mit Belästigungen, oder dass sie
wegen ihrer sexuellen Identität einen Job nicht bekommen.
Warum nehmen Diskriminierungen nicht ab? „Eine stärkere
Sichtbarkeit erzeugt oft auch eine steigende Gegenbewegung“, sagt Frohn.
Homosexuelle sollten sich aber davon nicht zu einer neuen Unsichtbarkeit
verleiten lassen. „Wer im Berufsleben offen ist, hat weniger psychosomatische
Beschwerden – und ist insgesamt zufriedener mit der Arbeit.“
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2hVaMuE
"Die Gesellschaft will geschlechtliche Eindeutigkeit"
Erstmals wurden in der Studie auch Bisexuelle und
Transsexuelle separat befragt – mit erschreckenden Ergebnissen. Beide
Gruppen können deutlich weniger offen sein und erfahren mehr Diskriminierungen
als Lesben und Schwule. So sprechen 55,5 Prozent der bisexuellen Beschäftigten
mit keinem oder nur wenigen Kollegen über ihre sexuelle Identität. Bisexuelle
kämen im öffentlichen Diskurs selten vor, sagt Frohn: „Wenn ich wenig gesehen
werde, kann ich mir auch weniger sicher sein, bei Diversitätsprojekten meiner
Firma mitgemeint zu sein.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jLNvLX
“ Oft würden Bisexuelle von Hetero- und Homosexuellen gleichermaßen nicht akzeptiert.
„Die Gesellschaft will noch geschlechtliche Eindeutigkeit“,
sagt Frohn – worunter am meisten Transsexuelle leiden. Sieben von zehn
Trans*-Beschäftigten sprechen auf der Arbeit nicht über ihre
Geschlechtsidentität. Gerade im Transitionsprozess ist die Gefahr hoch, die
Arbeit zu verlieren. Viele nehmen sich für die Transition eine Auszeit, weil
sie davon ausgehen, im Betrieb wenig Verständnis zu finden. Doch danach einen
neuen Job zu bekommen, ist oft nicht einfach. Frohn weiß, dass sich
„Transitionsleitlinien“ bewährt haben, um Mitarbeitende in dieser Phase möglichst
gut strukturell zu unterstützen.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jO37P8
Insgesamt stehe man beim Umgang mit Bisexuellen dort, wo man bei Homosexuellen vor zehn Jahren war.
„Und bei Trans*menschen sind wir dort,
wo wir bei lesbischen und schwulen Mitarbeiter*innen vor zwanzig Jahren waren.“
Bis alle ungezwungen über ihre Identität reden können, bleibt viel zu tun.
Homo- und transsexuelle Lehrkräfte Beleidigt und ausgegrenzt
Queere Lehrkräfte erleben vielfach Diskriminierungen, wie
eine aktuelle Studie zeigt. An ihren Schulen werden sie wenig unterstützt.
Lesbisch oder schwul? In der Schule ist das selbst in Zeiten
der Ehe für alle oft immer noch ein Tabu. So geht nicht einmal die Hälfte der
homo-, bisexuellen und transgeschlechtlichen Lehrkräfte an ihrer Schule offen
mit der eigenen sexuellen oder geschlechtlichen Identität um. Auch viele, die
bei Familie und Freunden vollständig geoutet sind, sind damit an der Schule
vorsichtiger. Das ergibt eine bundesweite Umfrage der
Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter mehr als 830 LGBTI-Lehrkräften, die
dem Tagesspiegel vorliegt und am Mittwoch öffentlich vorgestellt wird.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2iHppyK
Lehrkräfte würden sich nicht outen, weil sie Respektverlust
und Ausgrenzung fürchten oder weil sie unsicher sind, wie Kollegen und Schüler
ein Coming-out aufnehmen, heißt es in der Studie. Tatsächlich ist auffällig,
dass selbst ein allgemein gutes Schulklima nicht zwangsläufig mit einer
queerfreundlichen Atmosphäre einhergeht.
Wenn ein Hetero beiläufig seine Partnerin erwähnt, ist das
völlig selbstverständlich und überhaupt nicht "anstößig". Tut es ein
Homo, ist das die Preisgabe wenn nicht Zurschaustellung der sexuellen
Orientierung?!? Da muss sich in einigen Köpfen aber noch eine Menge ändern!
…schreibt NutzerIn Brotkrume
![]() |
| Foto-Iffit |
Zwar äußern sich acht von zehn Lehrkräften insgesamt positiv
über das Schulklima. Dennoch berichten drei Viertel der Befragten, sie hätten
in den vergangenen zwölf Monaten oft oder manchmal Schimpfwörter wie „schwule
Sau“ oder abfällige Bemerkungen gegen Homo- und Transsexuelle in der Schule
gehört, vor allem von Schülern. Immerhin 12,5 Prozent haben mindestens einmal
mitbekommen, wie queere Menschen in der Schule körperlicher Gewalt ausgesetzt
waren.
Nur 43,5 Prozent gehen an der Schule "offen" mit
ihrer Identität um
Ein Drittel der Befragten hat in den vergangenen zwei Jahren
Diskriminierungen erlebt, die gegen sie persönlich gerichtet waren: wie
Beleidigungen, abwertende Witze oder unangebrachte Nachfragen zum Privatleben.
Diese Diskriminierungen kamen auch von Kolleginnen und Kollegen.
Vor diesem Hintergrund sagen nur 43,5 Prozent der Befragten,
dass sie an ihrer Schule „offen“ mit ihrer sexuellen beziehungsweise
geschlechtlichen Identität umgehen. Ebenso viele verneinen die Frage, der Rest
ließ sie offen. Am seltensten outen sich Lehrkräfte vor den Eltern der Schüler,
am häufigsten wissen andere Lehrkräfte im Kollegium Bescheid. Im privaten
Umfeld wissen dagegen bei 59,6 Prozent der Befragten alle Freunde und
Angehörigen von der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, bei weiteren
21,8 Prozent die meisten.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jP0Z9W
Schul-Leitbilder gegen Gewalt, aber LGBTI nicht erwähnt
In Schulen wird oft wenig getan, um LGBTI-Lehrkräfte und Schüler zu schützen und über das Thema
aufzuklären. Nur selten gibt es schulinterne Ansprechpartner zum
Diskriminierungsschutz. Zwar verschreiben sich viele Schulen in ihren
Leitbildern dem Engagement gegen Mobbing und Gewalt. Dass Homo- und
Transsexuelle eine gefährdete Gruppe sind, wird dabei allerdings kaum erwähnt.
Auch im Unterricht kommt Homosexualität meistens nicht zur Sprache.
Die Hälfte der Lehrkräfte gibt an, dass sexuelle Vielfalt in
den Lehrplänen und Schulbüchern nicht vorkommt. Drei Viertel berichten, jeder
Lehrkraft sei es selbst überlassen, ob und wie das Thema in den Unterricht einbezogen
wird. „Diese Eigenverantwortung birgt das Risiko der Nichtthematisierung“,
kritisieren die Autoren der Studie.
Dabei hat die Thematisierung queerer Themen sehr wohl einen
Einfluss auf die Schulatmosphäre, wie die Umfrage ebenfalls zeigt. Kommt sexuelle
Vielfalt im Unterricht vor, berichten nur 25,9 Prozent der Lehrkräfte über
Diskriminierungserfahrungen – zehn Prozent weniger als an den Schulen, an denen
das Thema ignoriert wird.
Mehr zum Vorgestellten Buch, wo du es als E-Bog oder Buch
kaufen kannst, das alles findest Du, wenn Du dem LINK folgst-http://amzn.to/2jLOlIJ
Schulen als Lernorte für gesellschaftliche Vielfalt
Für Christine Lüders, Leiterin der
Antidiskriminierungsstelle, ist es daher wichtig, „sexuelle Vielfalt zu einem
Querschnittsthema in allen Fächern zu machen“. Sie verteidigt Bildungspläne wie
in Baden-Württemberg, gegen die konservativ-christliche Gruppen wie die „Demo für alle“
vehement mobilmachen. „Diese Bildungspläne sind ein gutes Mittel, um wirklich eine
Veränderung anzustoßen“, sagte Lüders dem Tagesspiegel. Schulen seien zentrale
Orte, um alles über gesellschaftliche Vielfalt zu lernen und ihr mit Respekt und Akzeptanz zu begegnen.
In die Umfrage flossen Aussagen von Lehrkräften aus allen
Bundesländern ein. 336 der Befragten identifizierten sich als schwul, 310 als
lesbisch, 110 als bisexuell, 28 als trans* und acht als intergeschlechtlich.
Die Antidiskriminierungsstelle hatte über verschiedene Netzwerke und Verteiler
auf die Umfrage aufmerksam gemacht und so Lehrkräfte dafür gewonnen. Die
Stichprobe sei zwar nicht repräsentativ, liefere aber „exemplarische Hinweise“,
wie es LGBTI-Lehrkräften in der Schule ergehe, heißt es in der Studie.
Wer sich selber outet, ist am Arbeitsplatz zufriedener
Für einen großen Teil derjenigen, die sich für ein
Coming-out entschieden, hat die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz übrigens
zugenommen. Auch das ist ein Befund, der zeigt, wie entscheidend ein Klima der
Offenheit in der Schule ist.
Spannend dürfte vor dem Hintergrund der aktuellen Umfrage
sein, was die viel diskutierte Studie ergibt, die die Berliner
Bildungsverwaltung zum Thema sexuelle Vielfalt und Diskriminierungen in
Berliner Schulen in Auftrag gegeben hat. Dass es bei dem Thema noch viel
Aufklärungsbedarf gibt, zeigen jedenfalls schon die Zahlen der
Antidiskriminierungsstelle.(Von Tilmann Warnecke-Tagesspiege)l














Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen