Mittwoch, 3. Januar 2018

Coming-out bei besten Freunden & Was tun, wenn es schiefgeht?

(sowie Hilfreiche Literaturempfehlungen rund um das Coming out - vom Sachbuch bis zum Roman)


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Coming-out bei besten Freunden



Natürlich hast du auch das Bedürfnis, deine Freunde aufzuklären. Auch hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Beim Coming Out merkst du dann, was wahre Freunde sind. Gute Freunde halten auch nach deinem Coming Out zu dir. 


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22 Tipps, die dir helfen können, wenn du dich bei deinem (besten) Kumpel (= hier Freund) outen willst.

1
Oute dich deinem Kumpel nie während eines Streits oder um ihn zu verletzen. Das verschlimmert die Sache nur.
2
Traue es deinem Freund allein an, nicht gleich deiner ganzen Clique: Oute dich zu einem guten Zeitpunkt, in der du mit ihm alleine bist und unter 4 Augen darüber reden kannst. Warte am besten einen günstigen Zeitpunkt ab. 


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3
Dein Kumpel muss mit der ganzen Sache umgehen können. Es wird vielleicht für ihn schwierig sein, das Bild, was er von Schwulen hat, mit dir zu kombinieren.
4
Leute, die sich mit dieser ganzen Thematik nicht auskennen, können Dingen zu dir sagen, die für dich sehr verletzlich sein können. Bedenke dass sie wahrscheinlich absolut ahnungslos waren und total überrascht sind.
5
Versuche immer sachlich zu bleiben. 


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6
Bring zu deinem Outing nicht deinen Lover mit. Dies wären zu viele Überraschung auf einmal für deinen Kumpel.
7
Lass deinem Freund Zeit zum Nachdenken, bevor du versuchst, mit ihm zu Diskutieren.
8
Mach dich auf mehr oder weniger unangenehme Fragen gefasst.
9
Es ist einfacher, zuvor Bücher über das Coming-Out zu lesen. Nimm das Buch, die Broschüre, Internetseite, ... dann her, wenn du nicht mehr weiter weißt. Auf die kannst du dich dann berufen (Bsp.: "Da schau, in diesem Buch steht, dass....") 


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10
Denk daran, dass das dein Leben ist, das du lebst. Ganz egal wie dein Kumpel reagiert hat. Lass dich nicht einschüchtern. Reagiert er absolut negativ und will nichts mehr mit dir zu tun haben, lass ihn. Er hat es nicht verdient, dein Kumpel zu sein! Auch wenn dies im ersten Moment schmerzhaft für dich ist.
11
Um deinem Freund zu zeigen, dass es dich wirklich belastet, seufze ab und an. ;-)
12
Jede Coming-Out Erfahrung unterscheidet sich. Lief es bei einem mal gut, heißt das leider nicht, dass es das andere mal auch so gut klappt, oder umgekehrt. 


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13
Nimm dir für den Rest des Tages nichts mehr anderes vor.
14
Viele Leute brauchen sehr viel Zeit, um ein Coming-Out zu verarbeiten. Die einen brauchen nur Minuten, die andere Tage, leider brauchen auch viele einige Jahre dazu.
15
Mach dir immer einen Notfall-Plan. Du brauchst ihn zwar nicht, dann bist du aber auf evtl. schlimme Reaktionen gerüstet. 


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16
Schau, dass du dir auch Hilfe suchst (Beratungshotline, ...), denn auch du könntest sie brauchen.
18
Wenn du dich schon bei anderen Kumpels geoutet hast, biete ihm dann an, dass er diese anrufen kann, wenn er darüber reden will. Denn wenn dein Kumpel weiß, dass es noch andere gibt, die von deinem Geheimnis wissen, fällt es ihm leichter, die Sache zu verarbeiten.
19
Oder, erlaube es ihm, seiner Freundin davon zu erzählen. 


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20
Beteuere deinem Kumpel, dass er keine Angst vor dir haben muss. Zum Beispiel, dass du nichts von ihm willst (Auch wenn das nicht der Fall ist .. ;-))
21
Mach ihm klar, dass er keine Sorge haben muss, dass andere ihn auch für schwul halten, nur weil es dein Kumpel ist.
22
Alle diese Tipps sind leider kein Patentrezept, sondern nur eine kleine Hilfe.


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Was tun, wenn es schiefgeht?

Vor einem Coming-out bei den Eltern kann man sich nicht ewig drücken. In der Regel haben die Eltern Verständnis, wenn sie sich erst einmal an den Gedanken gewöhnen konnten, dass ihr Sohn schwul ist. Aber: Wie soll man reagieren, wenn das nicht passiert?



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Deine Eltern sind deine Eltern. Du kannst ihnen nicht ewig verschweigen, dass du schwul bist. Ein Coming-out bei deinen Eltern ist kräftezehrend. Erst einmal, weil immer die Angst mitschwingt, dass sie nicht so reagieren könnten, wie du dir das vorstellst. Aber auch, weil ein solch persönliches und intimes Gespräch mit den Eltern immer anstrengend ist. In der Regel reagieren die Eltern ganz souverän, wenn sie erfahren, dass ihr Kind schwul oder lesbisch ist.


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Klar - ein paar Gedanken machen sie sich trotzdem, aber meist tragen sie diesen Konflikt in ihrem Inneren aus oder halten zumindest ihr Kind heraus. Trotzdem kann es vorkommen, dass Eltern nicht ideal reagieren. Vorwürfe werden erhoben, Zweifel werden ausgesprochen und wenn es ganz hart kommt, werden sie versuchen, ihrem Kind das Schwulsein zu verbieten.

So eine Situation ist nicht schön, aber du kannst dich geschickt durchmanövrieren, wenn du ein paar Grundregeln beachtest. Bevor wir aber zu diesen Grundregeln kommen, sei noch angemerkt: Die hier beschriebenen Situationen sind Extremfälle! Sie sollten dich auf gar keinen Fall entmutigen!  


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Erste Grundregel: Habe Verständnis!


Wenn die drei wichtigen Worte gesagt sind (Ich bin schwul), löst du im Kopf deiner Eltern eine Lawine von Gedanken aus. Sie fangen an, nach Ursachen zu forschen. Was haben sie falsch gemacht, dass sie einen schwulen Sohn großgezogen haben? Sollten sie ihrem Sohn vielleicht den Umgang mit Männern verbieten, damit er doch heterosexuell wird? Natürlich ist das alles Unsinn. Aber spontane Reaktionen sind nun einmal spontan, wenig überlegt. Da kommt so ein Unfug schnell zustande.

Deshalb kann es immer passieren, dass Eltern zuerst mit Ablehnung reagieren und versuchen, gegen dich zu argumentieren. Eine schwierige Situation, denn sie spiegelt genau die Ängste wieder, die du vor dem Coming-out-Gespräch gehabt hast. Wie kannst du damit umgehen? Die wichtigste Grundregel lautet: Habe Verständnis! 


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Für deine Eltern beginnt mit deinem Coming-out ein Gedankenprozess, den du schon längst abgeschlossen hast. Jetzt müssen sie sich erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Kind schwul ist. Du solltest ihnen zuhören und da sein, um ihre Fragen zu beantworten. Du solltest sie sogar dazu ermutigen, dir Fragen zu stellen! Sei selbstsicher, dann werden deine Eltern bemerken, dass du dir deiner Sache sicher bist.


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Zweite Grundregel: Fühle dich nicht schuldig!


Wenn deine Eltern aufgelöst - vielleicht sogar weinend - vor dir sitzen, kommen schnell Zweifel auf. War es falsch, ihnen von meinem Schwulsein zu erzählen? Habe ich vielleicht eine falsche Situation für so ein Gespräch erwischt? Die Antwort auf beide Fragen lautet: Nein! Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für so ein Gespräch und ewig hättest du mit deiner Sexualität ohnehin nicht hinterm Berg halten können.

So brachial es klingen mag, aber in dieser Situation darfst du dich nicht schuldig fühlen. Für die Selbstzweifel und die Vorwürfe, die sich deine Eltern in diesem Moment machen, bist du nicht verantwortlich. Du kannst aber dazu beitragen, dass sie dich besser verstehen, indem du mit ihnen über die Zweifel und Ängste sprichst, mit denen sie sich herumplagen.


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Wenn du von deinen Eltern beschimpft wirst, dann bleibe ruhig! Es hilft niemandem weiter, wenn du zurückschimpfst oder deinen Eltern Gegenvorwürfe machst. Ihr würdet euch gegenseitig so lange hochschaukeln, bis die Situation irgendwann völlig eskaliert und ihr zerstritten auseinander geht.

Sollte auch das nicht funktionieren, dann gehe! Lasse sie in Ruhe mit ihren Selbstzweifeln und stelle sie später wieder zur Rede. Die Zeit heilt alle Wunden, das hört man in diesem Kontext häufig. Das klingt dramatisch. Aber wenn du deinen Eltern ein paar Stunden oder Tage Zeit lässt, dann hat sich die erste Flutwelle an Emotionen bereits gelegt und ihr könnt wieder vernünftig miteinander reden. Egal, wie extrem der Streit auch gewesen sein mag.


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Dritte Grundregel: Biete deinen Eltern Unterstützung an!


Wenn alles nicht hilft und ihr euch auch nach Tagen noch über dein Schwulsein streitet, dann solltest du deinen Eltern Unterstützung anbieten. Die bekommen sie beispielsweise bei verschiedenen Elternselbsthilfegruppen in deiner Region. Dort können sie sich umfassend informieren und Erfahrungsberichte mit anderen Eltern austauschen, die beim Coming-out ihrer Kinder ähnliche Ängste und Zweifel hatten.



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