Dienstag, 30. Januar 2018

Cruising im Darkroom - die Lust am anonymen Sex & Die Lust am Fetisch


Cruising im Darkroom - die Lust am anonymen Sex


Foto-Boy-Freunde


Es ist kurz nach Mitternacht in einer Discothek im Ruhrgebiet: Auf dem Dancefloor zucken die schlanken und durchtrainierten Bodys attraktiver junger Männer zu hämmernden Beats. Die ältere Generation sitzt bei Bier und Cocktails an Theke und Tischen, der eine oder andere kann sich einen lüsternen Blick auf die zappelnden Jungs nicht verkneifen, die das Markenlogo ihrer Designershorts aus der Hose ragen lassen. 


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Dann entdecke ich dieses Schild: „Sorry Ladies, men only“ und meine Neugier ist geweckt: Ich begebe mich durch die Tür zu einem Ausflug in die Zone der Gelüste. Der erste von drei Trips in diese finsteren Welten, die eine enorme Faszination auf viele schwule Männer ausüben.


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Gedämpftes Licht empfängt mich, auf mehreren Monitoren laufen schwule Pornos, in einer Sitzecke fummeln zwei Jungs und verknoten ihre Zungen. Ein Gang führt weiter in die fast totale Dunkelheit. Vorsichtig taste ich mich vor. Am Ende des Raums hat sich ein ganzer Pulk von Männern um zwei Typen gebildet, die auf dem Boden hocken und einen nach dem anderen bedienen. Wer da gerade mit wem was genau anstellt, ist allenfalls zu erahnen. Lediglich die pure Masse an Männern zeigt, wie beliebt diese Art der anonymen Befriedigung sein muss.



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20 Minuten verfolge ich, soweit es möglich ist, das Treiben. Besucher 'kommen' im wahrsten Sinne des Wortes und gehen wieder, dafür betreten schon die nächsten den Raum. Plötzlich eine Hand an meiner Hose. Ein Unbekannter geht vor mir auf die Knie, öffnet den Reißverschluss und reibt an meinem besten Stück. „Irgendwie komisch, aber auch aufregend“, denke ich noch, während eine mir völlig unbekannte Zunge ihre Dienste leistet.



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Der nächste Ausflug führt am Sonntagnachmittag in ein Gay-Kino. An der Theke trinken sich die Herren scheinbar etwas Mut an, andere begnügen sich mit alkoholfreien Getränken. Nach den ersten Bierchen erkunde ich die im wahrsten Sinne des Wortes 'finsteren Ecken'. 


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Neben abschließbaren 'Ruhekabinen', in die sich immer mal Pärchen zurückziehen, stoße ich auf ein 'Karussell': Sechs Solo-Kabinen im Rund, die alle durch Glory Holes miteinander verbunden sind. Eindeutige Geräusche lassen erahnen, dass hier schon zu früher Stunde mächtig Freude aufkommt.


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Dahinter folgt der Darkroom mit kleinen Gängen und Nischen. Ich beobachte das Geschehen, soweit die Lichtverhältnisse mir diese Einblicke vergönnen. Ein Typ hat sich ausgezogen und ist auf die Knie gegangen. Der Mann neben ihm steckt ihm sein Teil entgegen und drückt es ihm in den Mund.


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Offensichtlich genießt der Nackte das Erlebnis und beginnt zu stöhnen. Dadurch werden weitere Männer angelockt. Sie öffnen ihre Hosen und der Typ am Boden muss zwei Teile gleichzeitig verkraften und auch an anderen Körperstellen seine Dienste leisten. Der Erste macht jetzt den Anführer, der den Kopf des Unterwürfigen immer mit sanftem Zwang dahin drückt, wo er arbeiten soll.



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Inzwischen ist mir etwas übel geworden, teilweise durch das Bier zuvor, vor allem aber durch diese krasse Mischung aus den Gerüchen von Schweiß, Sperma und Poppers. Eine ganze Traube von Männern die sich einen runter holen, hat sich um den Mann auf den Knien gebildet. Einige von ihnen schnüffeln fast pausenlos an den kleinen, braunen Fläschchen, was ihnen einen zusätzlichen Kick beschert. Dann steuert das Geschehen auf seinen Höhepunkt zu: Nacheinander bekommt der Devote von allen Akteuren den Saft ins Gesicht. Als er herauskommt sieht man, dass er von seinem lustvollen Abenteuer ziemlich durchnässt ist. Das Treiben im Kino endet irgendwann gegen 1 Uhr nachts.

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Mein drittes Ziel ist ein Fetisch-Club, trotz aller Vorwarnungen meiner Freunde, die mir ohnehin unterstellen, ich würde ja stets 'Blümchen-Sex' bevorzugen: Hier soll es schon einige Nummern heftiger zugehen. Vorgabe schon beim Einlass: Nackt oder mit entsprechender Kleidung. Ich habe mich mit Lederslip und -weste auf den Besuch vorbereitet. Gleich an der Theke ein bäriger Typ, der seinen treuen Begleiter an der Hundeleine mit sich führt. 



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Der wiederum schleckt brav sein Bier aus dem Napf auf dem Boden – der Abend fängt ja gut an. Trotzdem begebe ich mich die Treppen hinunter in den finsteren Keller.

In einer Badewanne liegt ein Mann und wird von drei Kerlen für eine Golden-Shower-Party benutzt. Dann hockt sich einer auf seinen Kopf und genießt es offensichtlich ausgeleckt zu werden. Das heizt die Zuschauer total auf und sie stellen sich rund um das Schauspiel und beginnen die beiden völlig mit ihrem Natursekt zu überfluten. Der Typ unten wird erst richtig aufgeheizt und leckt immer wilder. Dadurch kommt der Reiter zum Höhepunkt und spritzt ihm seine Ladung ins Gesicht. Anschließend spendieren die anderen Männer ihm weitere Portionen. Mir reichen für heute die Eindrücke der völlig hemmungslosen Lust...



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Darkrooms entstanden in den 70-er Jahren in den USA und haben sich in der Gay-Szene als 'Must Have' durchgesetzt. Durch die Dunkelheit gibt es keine Abneigung gegen die Partner, gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle, auch Vorlieben umzusetzen, die man sonst vielleicht noch nicht einmal seinem besten Freund anvertraut. Wichtige Tipps für den Ausflug in die Finsternis: Wertgegenstände sollte man vor dem Besuch an der Garderobe abgeben oder einschließen, Getratsche und Gekicher machen garantiert unbeliebt, weiße Klamotten zum Hausgeist. 



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Wer nicht angefasst werden möchte, kann dieses durchaus mit einem „Nein“ oder dem Wegschieben der fremden Hand zum Ausdruck bringen. Aber auch dabei immer freundlich bleiben – Zicken sind im Darkroom fehl am Platz und werden gemieden.

Die Lust am Fetisch

Magische Wirkung wurde ihnen nachgesagt: Kultgegenstände, die einst Portugiesische Seefahrer von ihren Reisen mitgebracht haben. Aus dem portugiesischen Wort für diesen "Zauber" (feitiçio) entstand später der Begriff "Fetisch". Heute verbinden wir den Begriff meist mit sexuellen Vorlieben. Aber was fasziniert eigentlich am Fetisch? Und was ist das überhaupt?

Echter und nicht ganz echter Fetisch: Die wissenschaftliche Definition des Fetischismus beschreibt ihn als sexuelle Erregbarkeit durch Gegenstände. Will heißen: Ein echter Fetischist findet seinen Fetisch so erotisch, dass sich seine Begierde auf den Fetisch allein richtet und nicht mehr an eine Person gebunden ist. 


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Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das weniger streng gesehen. Wenn also jemand Skaterklamotten attraktiv findet, würde er vielleicht davon sprechen, dass das so eine Art Fetisch für ihn ist. Genau genommen wird das Outfit aber erst dann zum Fetisch, wenn es jemanden sexuell erregt, solche Kleidung selbst zu tragen oder aber sie bei anderen Leuten am Körper zu sehen. Und das bedeutet auch, dass man die Kleidung beim Sex gerne anbehält.



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Was macht einen Fetisch so erotisch?
Der Begriff des Fetisch ist sehr, sehr weit interpretierbar. Du hast ja gerade gelesen, dass Fetisch häufig mit Bekleidung zu tun hat. Sehr verbreitet sind Sneaker und weiße Socken – typische Skateroutfits zum Beispiel beinhalten die. Baggys können auch ein Fetisch sein. Viele finden die aber eher deswegen so scharf, weil sie vom Arsch mehr zeigen als verbergen. 



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Diese Outfits haben vor allem ein jugendliches Image, sind sportiv und wirken frisch. Wo es doch immer noch Mode ist, möglichst jung zu wirken, kommt das gerade recht! 
Ein ganz typischer Fetisch ist natürlich das klassische schwarze Lederoutfit. Kein Wunder: Leder wirkt männlich, markant und machohaft. Das Material an sich hat auch viele Reize, wie seinen typischen Duft und das Tragegefühl. 



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Und die Glanzoptik lässt einen knackigen Hintern noch knackiger wirken. Bei Lack- oder Gummi-Outfits ist diese Optik ähnlich, der Reiz aber liegt häufig woanders: Diese Materialien sind oft hauteng und betonen jeden Muskel. Für viele ist es ein erotischer Nebeneffekt, dass vor allem bei Gummiklamotten eine erhöhte Schweißbildung stattfindet. Im Schweiß befinden sich hormonelle Duftstoffe, die den Sextrieb noch steigern. Und wenn Leder schon ein verruchtes Image hat, so ist ein Gummioutfit definitiv gar nicht mehr straßentauglich. Auch das erhöht den Reiz!



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Bunter als der Regenbogen
Natürlich gibt es bei den verschiedenen Materialien auch die unterschiedlichsten Varianten. Schwarzes Leder mag nicht jeder, aber eine fesche Motorradkombi regt vielleicht doch Phantasien an. Und der eine findet die Vorstellung von Sex im Taucheranzug erotisch, ein anderer bevorzugt einen knappen Tanga aus Lack. Die Variationen keinen keine Grenzen! Dabei wird für viele der Reiz umso größer, je mehr sie ausprobieren. 

Ein weiteres Beispiel für Variationen: Sexspiele mit Gasmasken haben eine recht hohe Verbreitung. Die Optik reizt den einen oder anderen enorm. Einen zusätzlichen Kick bedeutet es für manche Leute, dass eine Gasmaske das Atmen etwas erschwert. Der Effekt dabei ist, dass der Orgasmus intensiver werden kann. Andere aber finden Gasmasken uninteressant. Einen Reiz beim Tragen einer Leder- oder Gummimaske empfinden sie aber schon eher. Übrigens: Das kann auch unabhängig von sonstigen Outfits der Fall sein, und natürlich mag nicht jeder Fetischist auch eine Maske. Es ist eben eine der vielen Varianten.



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Da ist noch viel mehr drin!
Es gibt noch viele weitere Fetische. Um nur ein paar zu nennen: Boots, Anzüge, Bomber- und Skin-Outfits, Damenwäsche, Windeln, Seide und so weiter! Außerdem gibt es aber noch eine andere Form von Fetischismus. Dieser bezieht sich nicht auf Kleidungsstücke, sondern auf Sexpraktiken. Für viele Menschen sind nackte Füße etwas sehr erotisches. Oder das Rauchen von Zigarren: Die haben eine phallische Symbolik und wirken auf der anderen Seite wieder sehr männlich. 

Mitunter regen Fetische aber auch zum Schmunzeln an. So findet man in den unendlichen Weiten des Internets sogar Menschen, die auf Sexpraktiken mit Lebensmitteln wie Käse, Kartoffelprodukten oder anderem regelrecht abfahren. Das gehört dann aber eher in die Kategorie der Skurrilitäten.


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Noch normal?
Einen Fetisch zu haben ist nicht unnormal. Die meisten Leute haben mal mehr, mal weniger eine oder mehrere bestimmte Vorlieben. So mancher Hingucker wird gar nicht wahrgenommen, obwohl er als markantes Merkmal immer wieder ins Auge fällt. Du könntest zum Beispiel Glatzen sexy finden oder bei besonderen Accessoires wie Armbändern und Halsschmuck ein Prickeln verspüren. 

Oder Piercings an Brustwarzen, oder, oder... 
Dinge eben, die von anderen Leuten wiederum nicht unbedingt als sonderlich sexy empfunden werden. Wie weit das geht, ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Manche Dinge entwickeln sich auch erst im Laufe der Entdeckung der eigenen Sexualität, während andere Dinge schon seit man sich erinnern kann besonders erotisch auf einen gewirkt haben. Fetischismus ist wirklich ein weites Feld. Und darauf steht der eine Mensch ein ganz kleines bisschen, der andere hingegen mehr als deutlich. Denn Sexualität ist so vielfältig wie das Leben selbst.(Gay.de/dbna)

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