Cruising im Darkroom - die Lust am anonymen Sex & Die Lust am Fetisch
Cruising im Darkroom - die Lust am anonymen Sex
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| Foto-Boy-Freunde |
Es ist kurz nach Mitternacht in einer Discothek im
Ruhrgebiet: Auf dem Dancefloor zucken die schlanken und durchtrainierten Bodys
attraktiver junger Männer zu hämmernden Beats. Die ältere Generation sitzt bei
Bier und Cocktails an Theke und Tischen, der eine oder andere kann sich einen
lüsternen Blick auf die zappelnden Jungs nicht verkneifen, die das Markenlogo
ihrer Designershorts aus der Hose ragen lassen.
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Dann entdecke ich dieses Schild: „Sorry Ladies, men only“ und meine Neugier ist geweckt: Ich begebe mich durch die Tür zu einem Ausflug in die Zone der Gelüste. Der erste von drei Trips in diese finsteren Welten, die eine enorme Faszination auf viele schwule Männer ausüben.
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Gedämpftes Licht empfängt mich, auf mehreren Monitoren
laufen schwule Pornos, in einer Sitzecke fummeln zwei Jungs und verknoten ihre
Zungen. Ein Gang führt weiter in die fast totale Dunkelheit. Vorsichtig taste
ich mich vor. Am Ende des Raums hat sich ein ganzer Pulk von Männern um zwei
Typen gebildet, die auf dem Boden hocken und einen nach dem anderen bedienen.
Wer da gerade mit wem was genau anstellt, ist allenfalls zu erahnen. Lediglich
die pure Masse an Männern zeigt, wie beliebt diese Art der anonymen
Befriedigung sein muss.
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20 Minuten verfolge ich, soweit es möglich ist, das Treiben.
Besucher 'kommen' im wahrsten Sinne des Wortes und gehen wieder, dafür betreten
schon die nächsten den Raum. Plötzlich eine Hand an meiner Hose. Ein
Unbekannter geht vor mir auf die Knie, öffnet den Reißverschluss und reibt an
meinem besten Stück. „Irgendwie komisch, aber auch aufregend“, denke ich noch,
während eine mir völlig unbekannte Zunge ihre Dienste leistet.
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Der nächste Ausflug führt am Sonntagnachmittag in ein
Gay-Kino. An der Theke trinken sich die Herren scheinbar etwas Mut an, andere
begnügen sich mit alkoholfreien Getränken. Nach den ersten Bierchen erkunde ich
die im wahrsten Sinne des Wortes 'finsteren Ecken'.
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Neben abschließbaren
'Ruhekabinen', in die sich immer mal Pärchen zurückziehen, stoße ich auf ein
'Karussell': Sechs Solo-Kabinen im Rund, die alle durch Glory Holes miteinander
verbunden sind. Eindeutige Geräusche lassen erahnen, dass hier schon zu früher
Stunde mächtig Freude aufkommt.
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Dahinter folgt der Darkroom mit kleinen Gängen und Nischen. Ich beobachte das Geschehen, soweit die Lichtverhältnisse mir diese Einblicke vergönnen. Ein Typ hat sich ausgezogen und ist auf die Knie gegangen. Der Mann neben ihm steckt ihm sein Teil entgegen und drückt es ihm in den Mund.
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Offensichtlich genießt der Nackte das Erlebnis und beginnt zu stöhnen. Dadurch
werden weitere Männer angelockt. Sie öffnen ihre Hosen und der Typ am Boden
muss zwei Teile gleichzeitig verkraften und auch an anderen Körperstellen seine
Dienste leisten. Der Erste macht jetzt den Anführer, der den Kopf des
Unterwürfigen immer mit sanftem Zwang dahin drückt, wo er arbeiten soll.
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Inzwischen ist mir etwas übel geworden, teilweise durch das
Bier zuvor, vor allem aber durch diese krasse Mischung aus den Gerüchen von
Schweiß, Sperma und Poppers. Eine ganze Traube von Männern die sich einen
runter holen, hat sich um den Mann auf den Knien gebildet. Einige von ihnen
schnüffeln fast pausenlos an den kleinen, braunen Fläschchen, was ihnen einen
zusätzlichen Kick beschert. Dann steuert das Geschehen auf seinen Höhepunkt zu:
Nacheinander bekommt der Devote von allen Akteuren den Saft ins Gesicht. Als er
herauskommt sieht man, dass er von seinem lustvollen Abenteuer ziemlich
durchnässt ist. Das Treiben im Kino endet irgendwann gegen 1 Uhr nachts.
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Mein drittes Ziel ist ein Fetisch-Club, trotz aller Vorwarnungen meiner Freunde, die mir ohnehin unterstellen, ich würde ja stets 'Blümchen-Sex' bevorzugen: Hier soll es schon einige Nummern heftiger zugehen. Vorgabe schon beim Einlass: Nackt oder mit entsprechender Kleidung. Ich habe mich mit Lederslip und -weste auf den Besuch vorbereitet. Gleich an der Theke ein bäriger Typ, der seinen treuen Begleiter an der Hundeleine mit sich führt.
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Der wiederum schleckt brav sein Bier aus dem Napf auf dem Boden – der Abend
fängt ja gut an. Trotzdem begebe ich mich die Treppen hinunter in den finsteren
Keller.
In einer Badewanne liegt ein Mann und wird von drei Kerlen
für eine Golden-Shower-Party benutzt. Dann hockt sich einer auf seinen Kopf und
genießt es offensichtlich ausgeleckt zu werden. Das heizt die Zuschauer total
auf und sie stellen sich rund um das Schauspiel und beginnen die beiden völlig
mit ihrem Natursekt zu überfluten. Der Typ unten wird erst richtig aufgeheizt
und leckt immer wilder. Dadurch kommt der Reiter zum Höhepunkt und spritzt ihm
seine Ladung ins Gesicht. Anschließend spendieren die anderen Männer ihm
weitere Portionen. Mir reichen für heute die Eindrücke der völlig hemmungslosen
Lust...
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Darkrooms entstanden in den 70-er Jahren in den USA und
haben sich in der Gay-Szene als 'Must Have' durchgesetzt. Durch die Dunkelheit
gibt es keine Abneigung gegen die Partner, gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle,
auch Vorlieben umzusetzen, die man sonst vielleicht noch nicht einmal seinem
besten Freund anvertraut. Wichtige Tipps für den Ausflug in die Finsternis:
Wertgegenstände sollte man vor dem Besuch an der Garderobe abgeben oder
einschließen, Getratsche und Gekicher machen garantiert unbeliebt, weiße
Klamotten zum Hausgeist.
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Wer nicht angefasst werden möchte, kann dieses
durchaus mit einem „Nein“ oder dem Wegschieben der fremden Hand zum Ausdruck
bringen. Aber auch dabei immer freundlich bleiben – Zicken sind im Darkroom
fehl am Platz und werden gemieden.
Die Lust am Fetisch
Magische Wirkung wurde ihnen nachgesagt: Kultgegenstände,
die einst Portugiesische Seefahrer von ihren Reisen mitgebracht haben. Aus dem
portugiesischen Wort für diesen "Zauber" (feitiçio) entstand später
der Begriff "Fetisch". Heute verbinden wir den Begriff meist mit
sexuellen Vorlieben. Aber was fasziniert eigentlich am Fetisch? Und was ist das
überhaupt?
Echter und nicht ganz echter Fetisch: Die
wissenschaftliche Definition des Fetischismus beschreibt ihn als sexuelle
Erregbarkeit durch Gegenstände. Will heißen: Ein echter Fetischist findet
seinen Fetisch so erotisch, dass sich seine Begierde auf den Fetisch allein
richtet und nicht mehr an eine Person gebunden ist.
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Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das weniger streng
gesehen. Wenn also jemand Skaterklamotten attraktiv findet, würde er vielleicht
davon sprechen, dass das so eine Art Fetisch für ihn ist. Genau genommen wird
das Outfit aber erst dann zum Fetisch, wenn es jemanden sexuell erregt, solche
Kleidung selbst zu tragen oder aber sie bei anderen Leuten am Körper zu sehen.
Und das bedeutet auch, dass man die Kleidung beim Sex gerne anbehält.
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Was macht einen Fetisch so erotisch?
Der Begriff des Fetisch ist sehr, sehr weit interpretierbar.
Du hast ja gerade gelesen, dass Fetisch häufig mit Bekleidung zu tun hat. Sehr
verbreitet sind Sneaker und weiße Socken – typische Skateroutfits zum Beispiel
beinhalten die. Baggys können auch ein Fetisch sein. Viele finden die aber eher
deswegen so scharf, weil sie vom Arsch mehr zeigen als verbergen.
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Diese Outfits
haben vor allem ein jugendliches Image, sind sportiv und wirken frisch. Wo es
doch immer noch Mode ist, möglichst jung zu wirken, kommt das gerade
recht!
Ein ganz typischer Fetisch ist natürlich das klassische
schwarze Lederoutfit. Kein Wunder: Leder wirkt männlich, markant und machohaft.
Das Material an sich hat auch viele Reize, wie seinen typischen Duft und das
Tragegefühl.
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Und die Glanzoptik lässt einen knackigen Hintern noch knackiger
wirken. Bei Lack- oder Gummi-Outfits ist diese Optik ähnlich, der Reiz aber
liegt häufig woanders: Diese Materialien sind oft hauteng und betonen jeden
Muskel. Für viele ist es ein erotischer Nebeneffekt, dass vor allem bei
Gummiklamotten eine erhöhte Schweißbildung stattfindet. Im Schweiß befinden
sich hormonelle Duftstoffe, die den Sextrieb noch steigern. Und wenn Leder
schon ein verruchtes Image hat, so ist ein Gummioutfit definitiv gar nicht mehr
straßentauglich. Auch das erhöht den Reiz!
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Bunter als der Regenbogen
Natürlich gibt es bei den verschiedenen Materialien auch die
unterschiedlichsten Varianten. Schwarzes Leder mag nicht jeder, aber eine
fesche Motorradkombi regt vielleicht doch Phantasien an. Und der eine findet
die Vorstellung von Sex im Taucheranzug erotisch, ein anderer bevorzugt einen
knappen Tanga aus Lack. Die Variationen keinen keine Grenzen! Dabei wird
für viele der Reiz umso größer, je mehr sie ausprobieren.
Ein weiteres Beispiel für Variationen: Sexspiele mit
Gasmasken haben eine recht hohe Verbreitung. Die Optik reizt den einen oder
anderen enorm. Einen zusätzlichen Kick bedeutet es für manche Leute, dass eine
Gasmaske das Atmen etwas erschwert. Der Effekt dabei ist, dass der Orgasmus
intensiver werden kann. Andere aber finden Gasmasken uninteressant. Einen Reiz
beim Tragen einer Leder- oder Gummimaske empfinden sie aber schon eher.
Übrigens: Das kann auch unabhängig von sonstigen Outfits der Fall sein, und
natürlich mag nicht jeder Fetischist auch eine Maske. Es ist eben eine der
vielen Varianten.
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Da ist noch viel mehr drin!
Es gibt noch viele weitere Fetische. Um nur ein paar zu
nennen: Boots, Anzüge, Bomber- und Skin-Outfits, Damenwäsche, Windeln, Seide
und so weiter! Außerdem gibt es aber noch eine andere Form von Fetischismus.
Dieser bezieht sich nicht auf Kleidungsstücke, sondern auf Sexpraktiken. Für
viele Menschen sind nackte Füße etwas sehr erotisches. Oder das Rauchen von
Zigarren: Die haben eine phallische Symbolik und wirken auf der anderen Seite
wieder sehr männlich.
Mitunter regen Fetische aber auch zum Schmunzeln an. So
findet man in den unendlichen Weiten des Internets sogar Menschen, die auf
Sexpraktiken mit Lebensmitteln wie Käse, Kartoffelprodukten oder anderem
regelrecht abfahren. Das gehört dann aber eher in die Kategorie der
Skurrilitäten.
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Noch normal?
Einen Fetisch zu haben ist nicht unnormal. Die meisten Leute
haben mal mehr, mal weniger eine oder mehrere bestimmte Vorlieben. So mancher
Hingucker wird gar nicht wahrgenommen, obwohl er als markantes Merkmal immer
wieder ins Auge fällt. Du könntest zum Beispiel Glatzen sexy finden oder bei
besonderen Accessoires wie Armbändern und Halsschmuck ein Prickeln verspüren.
Oder Piercings an Brustwarzen, oder, oder...
Dinge eben, die von anderen Leuten wiederum nicht unbedingt
als sonderlich sexy empfunden werden. Wie weit das geht, ist natürlich von
Person zu Person unterschiedlich. Manche Dinge entwickeln sich auch erst im
Laufe der Entdeckung der eigenen Sexualität, während andere Dinge schon seit
man sich erinnern kann besonders erotisch auf einen gewirkt haben. Fetischismus
ist wirklich ein weites Feld. Und darauf steht der eine Mensch ein ganz kleines
bisschen, der andere hingegen mehr als deutlich. Denn Sexualität ist so
vielfältig wie das Leben selbst.(Gay.de/dbna)


















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