Ökonomische Zwänge gefährden die Ehe, nicht Schwule und Lesben
Keine Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch gefährdet, weil in der Nachbarschaft zwei Frauen oder zwei Männer zusammen leben. Unsichere wirtschaftliche Verhältnisse bedrohen Paare und Familien viel stärker, findet der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer.
![]() |
| Foto-Klassegegenklasse) |
Ehe ist, wenn zwei sich liebende Menschen lebenslang ihren
Lebensweg durch gute und schwierige Zeiten gehen. Ehe bleibt Ehe, mit dieser Überschrift
erreichen mich viele Mails. Sie warnen davor, daß auch gleichgeschlechtlich
liebende Menschen die Ehe für sich beanspruchen. Meine Frage: Wo ward ihr, als
es darum ging, Treue und Verläßlichkeit zwischen zwei Menschen zu schützen, als
die Ehe in das Beiboot eines globalisierten Wirtschaftsdampfers geriet?
Menschen, die wie Zugvögel den Maschinen hinterher vagabundieren, weil es die
Marktgesetze so erzwingen? Früher hieß es, "verdiene etwas, damit du
heiraten kannst." Befristete Beschäftigung, unsichere wirtschaftliche
Verhältnisse, sie sind der Anschlag auf eine gelungene Ehe und die daraus
resultierende Familie. Es gab keinen Aufschrei; die Wirtschaft verlangt es eben
so.
Dem Kommunismus folgte der Konsumismus
Papst Johannes-Paul II. warnte vor dem Konsumismus, der dem
Kommunismus folgt und unser Leben immer mehr bestimmt. Ein Konsumismus, der
auch das Miteinander der Menschen zerstört. Wer hat diese Botschaft weiter
gegeben und sich daran gehalten? Die Verbindung von Ehe und Erwerbsarbeit; daß
ist die Herausforderung eines gemeinsamen Lebens für zwei Menschen. Keine Ehe
zwischen Mann und Frau wird dadurch gefährdet, weil in der Nachbarschaft zwei
Frauen oder zwei Männer zusammen leben. Die Ehe ist stark, wenn sie von Liebe
getragen wird. Ehe wird auch weiterhin Ehe bleiben.
Ökonomische Zwänge gefährden die Ehe, nicht Schwule oder Lesben
Wenn familiäre Werte wie Treue, Miteinander und Füreinander
da zu sein, gelebt werden können, dann ist dies ein Gewinn für unser
gemeinsames Leben. Wenn die sanfte Macht dieser Werte keine Höhle sind, in die
wir uns von Zwängen getrieben zurückziehen, um täglich neu in den Kampf zu
ziehen, sondern wenn sie ausstrahlen, auch auf andere Beziehungen zwischen
Menschen, dann ist dies konservativ im besten Sinne. Nein, nicht Schwule oder
Lesben gefährden das Modell der Ehe, sondern, wenn das Glück miteinander zu
leben ökonomischen Zwängen unterworfen werden muß, wenn wir nicht ausreichend
Raum für dauerhaftes Zusammenleben sichern. Ehe und Familie sind gefährdet;
wenn Menschen konsumiert werden wie Waren.
Deshalb, bitte abrüsten in der Sprache. Ehe und Familie
werden überleben, wenn wir die gesellschaftlichen Verhältnisse hierfür
schaffen. Nicht die Abgrenzung zu anderen sondern die Chance für das eigene gelungene
Lebenskonzept zu erneuern ist unsere Aufgabe. Dann wird Ehe auch Ehe bleiben,
egal, welche zwei Menschen diesen Weg miteinander gehen.(Tagesspiegel)


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen