Montag, 6. November 2017





Sex, Dating & Love

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Schwule Beziehungen :Wahre Liebe, geiler Sex und beste Freunde ! Und


Was tun, wenn es im Bett nicht passt?



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Das wohl am weite­s‍ten verbreitete Vorurteil gegenüber schwulen Männern ist, daß diese immer nur auf der Pirsch nach dem näch­s‍ten Date fürs Bett seien. Dabei gibt es hier natürlich genau wie bei den Heteros auch, die gesamte Bandbreite der Beziehungen, von der rein platonischen Freundschaft, über die lockere Affäre bis zu einer in Treuen und vielleicht sogar in einer Ehe verbundenen Partnerschaft. Gay.de sprach mit Männerpaaren über deren Ein­s‍tellung.



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In platonischen Beziehungen (der Begriff wurde vom griechischen Philosophen Platon abgeleitet), gibt es oft ehemalige Paare, bei denen der Zauber zwar im Laufe der Jahre verloren ging. Dennoch hält einen nichts davon ab, sich weiterhin zu schätzen und zu mögen. Dann ist eine voll­s‍tändige Trennung vielleicht gar nicht gewollt. In dem Fall müssen sich beide Beteiligten natürlich einig sein, daß der Partner jeweils außerhalb seinen Spaß hat. Bei anderen Freundschaften war der Sex vielleicht von vornherein kein Thema. Dabei be­s‍teht lediglich die Gefahr, daß man sich auf der Pirsch gegenseitig ins Gehege kommen könnte. Wir haben mit drei in guter Freundschaft verbundenen Paaren gesprochen, die jeweils ihre ganz eigene Herangehensweise an ihre besondere Verbindung haben.

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Abenteuer im Gay-Chat
Daniel und Sven sind schon seit ihren Zeiten als Teenager in der Coming Out-Gruppe ein unzertrennliches Duo. „Aber eben nicht im Bett“, beschreibt Sven. Der 32-Jährige und sein 26-jähriger be­s‍ter Freund unternehmen fast ständig alles im Doppelpack: Kneipentouren, Zocken an der Spielekonsole, lange gemeinsame Abende in der Szene und durch getanzte Nächte auf Partys. „Dabei ist es kein Problem, wenn wir zwar gemeinsam ausgehen, einer von uns aber an dem Abend einen Partner findet und mit zu ihm geht“, beschreibt Sven, der selbst durchaus auch gegenüber einem Abenteuer aus dem Gay-Chat nicht abgeneigt ist und dazu gleich mehrere Profile auf diversen Plattformen nutzt. „Allerdings würde ich zum Beispiel nicht so weit gehen und einen schönen Tag unter Freunden abbrechen, nur um mich mit einem Typen zu amüsieren“, schränkt er seine Ein­s‍tellung in Sachen Freizügigkeit ein. 


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Gute Freunde im Sexkino
Etwas anders sieht die Beziehung zwischen Marc und Chri­s‍tian aus. Die beiden Mittzwanziger sind zwar auch „nur gute Freunde“, wie das Duo be­s‍tätigt. Trotzdem brechen beide auch zu sexuellen Abenteuern gemeinsam auf, was durchaus zu skurrilen Situationen führen kann, wie sich beide erinnern: „Wir waren gemeinsam in einem Sexkino in Köln und entdeckten im Darkroom einen Typen, der sich einen runter holte. Erst bin ich auf die Knie gegangen, um ihn zu blasen“, beschreibt Marc. Dann folgte im wahr­s‍ten Sinne des Wortes der 'Stabwechsel'. 


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Aber als Chri­s‍tian sich dann aber dem Gegenüber widmete, konnte der sich ein er­s‍tauntes „Boah!“ angesichts der Größe des Lu­s‍tobjektes nicht verkneifen. „Daraufhin mußte ich laut kichern, weil ich wirklich die ganze Zeit genau das gleiche gedacht hatte. Der Spaß am Sex war zwar vorbei, weil der Typ sein Riesending wieder einpackte und angesäuert abzog, aber wir hatten wie immer tierisch Spaß. Nur eben miteinander noch nie.“


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Pornos und Partnersuche
„Wir haben es ein einziges mal versucht“, erinnert sich Thomas, wie er mit seinem be­s‍ten Freund Mike ausprobiert hatte, Sex zu haben. „Wir haben einen Porno angemacht und begonnen uns zu streicheln. Alles in allem hat es zwar irgendwie geklappt, aber eben wirklich nur 'irgendwie'. Es war für uns beide nicht erfüllend und danach haben wir es auch nie wieder ausprobiert.“ Trotzdem ist die gute und langjährige Freundschaft an diesem Fehlversuch nicht zerbrochen. 


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„Wir unternehmen weiter fast alles andere gemeinsam. Komplikationen sind bei der stillen Vereinbarung aber vorprogrammiert. „Einmal fand ich einen Typen total süß und wir hatten schon begonnen zu knutschen“, erinnert sich Mike. „Aber dann ist Thomas dazuge­s‍toßen. Der Kerl hatte nur noch Augen für ihn, aber ich war abgemeldet. Klar, daß so was nervt. Ich wollte erst nie mehr mit Thomas gemeinsam ausgehen.“

Was tun, wenn es im Bett nicht passt?

Die Partnersuche in der heutigen Zeit ist sowieso schon schwer genug, doch machen es sich schwule Männer häufig noch schwieriger, indem sie akribisch nach dem passenden Gegen­s‍tück im Bett suchen. Aber können Beziehungen nicht auch zwischen zwei Tops oder zwei Bottoms funktionieren?

Die Geschlechterrollen in einer heterosexuellen Beziehung sind klar verteilt und lange war das Bild eines dominanten Mannes und einer devoten Frau unaufweichlich festgelegt. Homosexuelle galten stets als die sexuellen Rebellen und Freidenker. So sollte in diesem Sinne queerer Sex völlig losgelöst von öden Geschlechterrollen und deren Charakteri­s‍tika sein. Aber Schwule sind in der Rolle, die sie einnehmen, noch lange nicht von den Normen der Hetero-Welt befreit. 



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Dem Mann wurde von Natur aus durch die Prostata ein Lustzentrum im Hintern geschenkt, der den Anal-Verkehr für so viele schwule Partnerschaften zur alltäglichen Sexpraktik macht. Entscheidet man sich für diese Praktik kommt es zu dem Dilemma, daß einer der Partner Top oder Bottom sein muß. Diese Begriffe haben sich in der Szene etabliert für denjenigen, der den aktiven Part (Top) übernimmt und denjenigen, der passiv seinen Arsch hinhalten mag (Bottom).

Oft definieren sich Queers über diese Rollen, die viel mehr dar­s‍tellen als nur die bloße sexuelle Position beim Liebesakt. Mit dem Label „aktiv“ oder „passiv“ sind auch viele Stereotype verbunden, wie die Person sich verhält oder wie deren Charakter ist. Dem Bottom wird eine feminine Rolle zugeteilt. Er wird penetriert und ihm werden eher weiche und passive Eigenschaften zugeschrieben. Der Top hingegen ist schon als Kind auf Kerl geeicht und wird rundum mit maskulinen Attributen verbunden.
 
Können zwei Bottom-Boys miteinander glücklich werden?
Fern davon, daß es Männer gibt, die im Bett gerne beide Positionen einnehmen (Versatile), stellt sich die Frage, ob es Partnerschaften geben kann, wo die sexuelle Rolle nicht zueinander paßt? Können zwei Bottom-Boys miteinander glücklich werden? Oder wie sieht der Sex von zwei Tops aus, die miteinander eine Beziehung führen? Sind Homosexuelle wirklich in Ihrer Partnerwahl eingeschränkt und müssen sie sich auf die Suche nach dem kompatiblen Gegen­s‍tück zu ihrer sexuellen Rolle machen? 



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Schwules Dating wird durch sexuelle Vorlieben ge­s‍teuert
Wenn man durch die Dating-Apps sucht wird einem schnell klar, daß schwules Kennenlernen stark über die sexuellen Vorlieben ge­s‍teuert wird. Schon bei der Nick-Name-Wahl werden Begriffe ausgesucht, die bereits klar vermuten lassen, was die Männer im Bett bevorzugen: Top4Bottom, Hengstsucht, PassivesLoches oder DevoterBottom sind nur eine Auswahl an Namens-Kreationen, die sich im Online-Dating finden lassen. Die vermeintliche Freiheit beim schwulen Sex gleicht bei der Partnersuche doch eher einer Ideologie, der sich Homosexuelle unbewußt unterwerfen. Doch in der  Realität gibt es mehr als nur die Gleichung „Top + Bottom = Sex / Liebe“. 

Dasselbe Ergebnis erhält man auch, wenn wir zwei Bottoms oder zwei Tops addieren. Die moderne schwule Welt  hat mehr Vielfallt und bunte Verbindungen als es die reinen sexuellen Positionen vermuten lassen. Somit ist auch noch lange nicht jeder maskuline Mann sofort aktiv oder jede Tucke ein Liebhaber vom passiven Analverkehr. Gerade die Homosexuellen sollten doch wissen, daß sie nicht zu stark ins Schubladen-Denken geraten sollten, da die Wirklichkeit häufig ganz anders aussieht. 


Der Mann hat noch mehr erogene Zonen als nur den Arsch
Solche „Only Bottom“- oder „Only Top“-Paare berichten häufig, daß sie auch ohne Analverkehr glücklich sind und ihre sexuelle Stimulation auf anderem Wege suchen. Dank allermöglicher Sex-Spielzeuge können Männer auch die fehlende Komponente ersetzen. Tops benutzen Flashlights oder Bottoms sind gefragte Abnehmer von Dildos. Das gemeinsame Sex-Spiel mit Toys ist eine willkommene Abwechslung. Die Leidenschaft zwischen zwei Männern kann auf so viele Arten ausgelassen werden und schwul zu sein, ist auch nicht zwangsweise damit gleichzusetzen, daß jeder auf anale Penetration abfährt. Ganz nach dem Motto  

„Mein Arsch ist nur ein Ausgang“ kommt die intime Zweisamkeit auch ohne Popo-Sex aus. Zwar sind wir alle Männer, aber kennt sich auch wirklich jeder mit den erogenen Zonen des starken Geschlechts aus? Wus­s‍tet ihr, daß am Kreuzbein am unteren Rücken Nerven liegen, die mit den Genitalien verbunden sind und die sexuelle Erregung beeinflussen können? Eine intensive und leidenschaftliche Massage an diese Stelle kann Männer auf Hochtouren bringen. 

Aus Liebe zum Partner die Positionen tauschen 
Die sexuellen Rollen „aktiv“ und „passiv“ sind zwar eine Vorliebe, aber sie sind nicht in Stein gemeißelt und lassen sich durch Zuneigung und Gefühle häufig aufweichen. Vielleicht sind es schlechte oder schmerzhafte Erfahrungen, die den einen oder anderen Mann dazu gebracht haben sich gegen eine sexuelle Rolle zu entscheiden. Aber für viele Männer gehört zum Geschlechtsverkehr Vertrauen und Vertrautheit dazu. Wieso sollte man also mit einem neuen Partner nicht auch mal die Positionen wechseln und Neues ausprobieren? So bleibt ein Top in einer Beziehung nicht immer standhaft, daß sein Hintern eine Sperrzone ist und genauso gilt es für Bottoms, die auch die Lust an der aktiven Rolle entdecken können. 

Eine offene Beziehung als Plan B?
Aber wenn die sexuellen Rollen nicht zueinander passen, dann ergeben sich häufig offene Partnerschaften, wo aus Zweisamkeit für den Sex Dreisamkeit wird. Wenn die Penetration durch den Partner nicht funktioniert, dann sucht man sich jemanden, der diesen Part übernehmen kann. Ein Beziehungsmodel, das für manche Paare funktioniert. Die partnerschaftliche Bindung und Liebe bleibt davon weitgehend unangeta­s‍tet und der dritte Bettgefährte dient wirklich in den mei­s‍ten Fällen nur zur sexuellen Befriedigung, wenn Hand- und Blow-Jobs nicht ausreichen. Doch nicht für Jeden ist die Öffnung der Monogamie eine Lösung damit eine Beziehung unter zwei Tops oder zwei Bottoms funktioniert. 

Schwule Männer sind wie Lego­s‍teine

Jemand hat mal gesagt, daß ein schwuler Mann eine Art Lego­s‍tein ist, denn er paßt von oben und unten auf einen anderen und Lego­s‍teine sind in allen Lagen kompatibel. Die ganze Dating- und Sex-Suche letztlich nichts anderes, als ein Spiel und wir be­s‍timmen, wie wir die Steine zusammensetzen. In diesem Sinne gilt es,  die vermeintlichen Grenzen der sexuellen Rollen niederzureißen und sich einem Menschen zu öffnen, der aufgrund seiner Vorlieben zunächst nicht als fe­s‍ter Partner in Frage kommt. Ein Lego­s‍tein paßt eben nicht nur von einer Seite auf den anderen. Sucht man nur nach dem kompatiblem Gegen­s‍tück anhand der Positionen im Bett, entgeht einem vielleicht der Traumprinz, der in allen anderen Lebenslagen vereinbar wäre. (von Sven Rickert und Redaktion)


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