Macht Porno süchtig?
Ein bis drei Mal pro Tag Pornos schauen – ist das normal? Gefährden Pornos die Lust auf Sex? Und was, wenn ohne Sexfilme nichts mehr geht?
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"Du hast ein Problem, du bist pornosüchtig." Das
habe er sich vor zwei Jahren eingestanden, wie uns ein Hörer per Mail
geschrieben hat. Seit er 13 oder 14 Jahre alt war, habe er ein bis drei mal pro
Tag Pornos konsumiert. Die Folgen: Er bekam Probleme, beim Sex eine Erektion zu
halten und zum Orgasmus zu kommen, hatte Konzentrationsstörungen. Seine
Geschichte ist kein Einzelfall und wissenschaftliche Studien stützen seine
Beobachtung, daß sich Pornos auf die Sexualität auswirken.
Doch ab wann ist Pornokonsum tatsächlich schädlich? Woran
erkennt man, daß man süchtig ist? Und können Sexfilme in einer Beziehung nicht
vielleicht auch helfen? Darum geht es in der Folge "Macht Porno
süchtig?". Sie können sie sich oben auf dieser Seite direkt anhören.
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Zudem sprechen wir darüber, wie sich das Sexangebot im Netz auf uns auswirkt. Denn: Einerseits bietet das Internet die Möglichkeit, Wissen über Sex zu jedem nach Hause oder auf das Smartphone zu bringen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Sexualaufklärung und -bildung. Andererseits bietet es aber eben auch nach nur wenigen Klicks für jedermann Pornos. Was das für Folgen für unsere Sexualität hat, erklärt die Ärztin und Sexualtherapeutin Melanie Büttner vom Klinikum rechts der Isar in München.
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Auf welche Quellen und Hintergründe Büttner sich stützt und
welche Literatur sie zum Thema empfiehlt, finden Sie hier aufgelistet:
Literatur
2013 ging jeder 8. Websiteaufruf in Deutschland zu einer
Pornoseite wie Daten von SimilarWeb zeigen. Ebenso, daß auf Platz 11 der
am häufigsten aufgerufenen Websites hierzulande eine Pornoseite steht (Stand
Juni 2017).
80 Prozent der deutschen Besucher
von Pornhub im Jahr 2016 waren männlich.
Eine Studie aus Dänemark zeigt die Unterschiede im
Pornokonsum von Männern und Frauen auf (Archives of Sexual Behavior: Hald, 2006)
Wissenschaftler haben 400 populäre Porno-Videos im Netz auf
Gender-Ungleichheiten in pornographischen Handlungen untersucht (The Journal of Sex Research: Klaassen & Peter, 2014).
Wie sich Pornokonsum auf Partnerschaften auswirkt, ist
ebenfalls erforscht (The Journal of Sexual Medicine: Baumel et al., 2017).
Die Sexualforscher Jochen Peter und Patti Valkenburg haben
sich mit dem Pornokonsum in der Adoleszenz auseinandergesetzt. In einer
Meta-Analyse haben sie dazu relevante Studien ausgewertet, die zwischen 1995 und
2015 erschienen sind (The Journal of Sex Research, 2016).
Eine Vielzahl an Forschergruppen hat sich mit Pornosucht
beschäftigt: Wie ist die Störung definiert? Wer ist häufig betroffen? Welche
Behandlungsmöglichkeiten gibt es? (siehe etwa The Journal of Sexual Medicine: Duffy, Dawson & Das Nair,
2016 und Jama Psychiatry: Kühn & Gallinat, 2014 sowie yourbrainonporn.com)
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Hilfe bei Porno- und Sexsucht
Ein empfehlenswertes Buch ist Sexsucht: Ein Ratgeber für
Betroffene und Angehörige von dem Psychotherapeuten Kornelius Roth. 2016 ist es
in 4. Auflage erschienen und wurde um neue Erkenntnisse zur Online-Sexsucht
erweitert.
Zudem gibt es mehrere Selbsthilfegruppen, die Betroffenen
Unterstützung bieten. Dazu gehören beispielsweise die Anonymen Sexsüchtigen,
die Anonymen Sex- und
Liebessüchtigen. Angehörige von Sexsüchtigen wiederum können sich an S-Anon wenden.
Eine spezialisierte Psychotherapie oder Sexualtherapie kann
bei Problemen mit übermäßigem und suchtartigem Pornokonsum helfen. Der Therapeut
sollte Erfahrung im Umgang mit der Problematik haben und wissen, worauf es
dabei ankommt.
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Informationen zu Psychotherapie bietet beispielsweise die Bundes Psychotherapeuten Kammer. Mögliche Therapeuten in Deutschland finden sich im Verzeichnis der Psychotherapeuten sowie in den Verzeichnissen des Instituts für Sexualtherapie in Heidelberg sowie des Netzwerks Sexualtherapie.(von Melanie Büttner & Alina Schadwinkel Zeit.de )






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