Ein bisschen bi schadet... irgendwie doch
und
Keine Frage der sexuellen Orientierung

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Wer bi ist, müsste man meinen, hat Glück: Immerhin hat er die doppelte Auswahl. Doch viele Bisexuelle werden nicht ernst genommen oder sogar abgelehnt. Da können Schwule ziemlich intolerant werden.
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Ein bisschen bi schadet nie: Der Volksmund meint damit, dass
es gar nicht so schlecht sei, ein paar gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu
sammeln. Wer sich aber wirklich als bisexuell identifiziert, der hat es meist
gar nicht so leicht.
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Wer bi ist, der steht sowohl auf Frauen als auch auf Männer. Wie toll, könnte
man denken, doppelte Auswahl! Doch es gibt viele Vorurteile, mit denen
Bisexuelle kämpfen müssen. "Ich werde nicht ernst genommen", sagt
etwa Kai. Der 19-Jährige ist bi. Er hatte kurze Beziehungen mit Frauen, aber
auch mit Jungs. Wofür er sich mehr interessiert, wechselt sich ab.
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Das Klischee: Bisexualität ist nur eine Zwischenstation bis zum Schwulsein
Er ist viel in der Schwulenszene unterwegs, hat viele schwule Freunde. "Die machen sich schon manchmal lustig über mich", erzählt der Azubi aus Hamburg. "Frauen seien eklig, wie könnte ich nur Brüste mögen, sowas halt." Mit solchen Späßen kommt er mittlerweile ganz gut klar, daran hat er sich gewöhnt.
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"Was mich wirklich stört, ist, dass manche mir einfach nicht glauben, bi
zu sein." Seine Kumpels sagen dann, er müsse sich entscheiden. Oder er
traue sich einfach nicht, schwul zu sein. Bisexualität scheint für seine Clique
wie für viele nur eine Zwischenstation mit dem Zielbahnhof schwul zu
sein.
"Sie denken, am Ende will ich doch Frau und
Kinder"
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Was Kai erlebt, ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Forscher der University of Massachusetts haben fast 750 Bisexuelle zu Erfahrungen mit Diskriminierung befragt. Das Ergebnis: Viele leiden unter Monosexismus. Darunter versteht man die Vorstellung, es gebe entweder Hetero- oder Homosexualität. Dabei ist es längst bewiesen, dass Bisexualität existiert.
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"Ich stehe einfach auf Männer und Frauen. Punkt", hält auch der 19-Jährige fest. Doch es sind nicht nur seine Freunde, die das nicht einsehen wollen. Auch bei Dates bekommt er oft kritische Nachfragen. "Manche trauen mir nicht zu, dass ich eine ernsthafte Beziehung möchte", sagt er. "Früher oder später, denken sie, will ich doch Frau und Kinder."
Das wäre immerhin der gesellschaftlich leichtere Weg, weshalb wohl viele Schwule denken, dass Bisexuelle diesen bevorzugen würden. "Das ist Quatsch. Ich weiß doch mit 19 noch nicht, ob ich jemals Kinder will", sagt Kai.
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Viele Bisexuelle outen sich nicht
Viele Frauen reagieren nicht viel besser darauf, dass er bi ist, erzählt Kai. "Manche glauben, das wäre nur ein bisschen Experimentieren." Andere würden es befremdlich finden, dass der Azubi schon Sex mit Männern hatte. Deshalb hat er sich angewöhnt, erst spät von seiner Bisexualität zu erzählen. Das geht anderen genauso: Eine Studie beweist, dass viele bisexuelle Menschen sich nicht outen.
Manchmal fühlt sich Kai deshalb hin- und hergerissen zwischen zwei unvereinbaren Welten. Er würde sie am liebsten miteinander verschmelzen: "Egal ob Traumfrau oder Traummann: Ich will einfach einen Menschen lieben."
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Keine Frage der sexuellen Orientierung
Wichsen mit anderen Jungs für
viele Jugendliche gehört das zur Pubertät dazu. Manchmal geht die sexuelle
Neugier aber auch ein bisschen weiter und zwei Männer landen im Bett. Ob sie
deshalb schwul, bi oder hetero sind, spielt dabei keine Rolle.
Am Sonntag saß Felix verwirrt zu Hause in seinem Zimmer. Er
verbrachte den Vortag mit seinem besten Freund Tobias. Sie waren gemeinsam in
der Stadt und kauften sich neue Klamotten. Danach gingen sie Billard spielen
und verbrachten einen lustigen Abend miteinander. Sie gingen zu Tobias, kochten
gemeinsam und machten einen DVD-Abend. Nun war Felix froh, zu Hause zu sein,
denn viel Schlaf hatte er nicht bekommen. Sie guckten bis tief in die Nacht
DVDs und später kam eins zum anderen. Was mit "Kumpel-Wichsen"
begann, endete mit Sex. Das Merkwürdige daran: Tobias ist hetero!
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Jugendliche erforschen ihre Sexualität
Die Geschichte von Felix und Tobias ist kein Einzelfall. Viele schwule
Jugendliche machen ähnliche Erfahrungen und sind verunsichert. Ihnen gehen
viele Fragen durch den Kopf. Wieso hat mein Hetero-Kumpel Sex mit mir? Wieso
hat er Spaß daran, obwohl er sich nur zu Frauen hingezogen fühlt? Ist er
vielleicht doch nicht so hetero, wie er behauptet?
In der Pubertät kommt dieses Phänomen besonders häufig vor. Mit Beginn der Geschlechtsreife sammeln viele Jungs sexuelle Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht, um den eigenen Körper und die eigene Sexualität zu entdecken. Nach der Pubertät beenden allerdings die meisten Jugendlichen dieses Experimentieren wieder.
Wenn man davon ausgeht, dass sich die Sexualität des Menschen nicht im Laufe der Zeit entwickelt, sondern von Anfang an angelegt ist, kann man sich fragen, warum der Spaß am Sex mit dem gleichen Geschlecht für die meisten Jungs verschwindet. Ist dies überhaupt so?
In der Pubertät kommt dieses Phänomen besonders häufig vor. Mit Beginn der Geschlechtsreife sammeln viele Jungs sexuelle Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht, um den eigenen Körper und die eigene Sexualität zu entdecken. Nach der Pubertät beenden allerdings die meisten Jugendlichen dieses Experimentieren wieder.
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Verlieren Hetero-Jungs den Spaß?
Bei den bloßen sexuellen Handlungen spielt es vermutlich keine große Rolle, ob ein Mann von einem Mann oder einer Frau sexuell befriedigt wird. Anal- und Oralverkehr dürften sich gleich anfühlen, egal von wem man oral befriedigt wird oder wen man anal penetriert. Die Ursache für den Sinneswandel in Bezug auf das Spaß haben am gleichgeschlechtlichen Sex muss also eine andere sein.
Lernt der Hetero-Freund Frauen kennen und führt mit ihnen
eine Beziehung, so ist sein Bedarf an Sex gesättigt. Warum sollte man
zusätzlich seine Lust mit dem gleichen Geschlecht befriedigen, wenn man auch
das andere Geschlecht haben kann, für das man nicht nur Lust sondern auch
Gefühle empfindet? Doch was ist mit heterosexuellen Männern, die solo sind und
nicht die Möglichkeit haben, mit einer Frau zu schlafen? Sie haben trotzdem
keinen Sex mit Männern. Der Grund, gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr
abzulehnen scheint eine psychosoziale Ursache zu haben.
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Heteronormativität
Selbst bei toleranten Männern besteht immer noch ein Unterschied zwischen der
Akzeptanz von Homosexualität bei Anderen und dem eigenen Erleben von
Sexualpraktiken, die "schwul" sind. Tief in den Köpfen steckt wohl
immer noch der Gedanke, dass solche Handlungen etwas Falsches sind, das man
nicht tun sollte. Aber auch das Denken in Kategorien spielt eine große Rolle.
Nimmt man sich selbst als heterosexuell war, versucht man automatisch dieser
Rolle gerecht zu werden.
Dazu gehört, dass gleichgeschlechtlicher Sex nicht in Frage kommt und falsch ist. Gar die Möglichkeit, dass dies lustvoll sein könnte, auch wenn es nicht mit Gefühlen der Liebe verbunden ist, wird nicht in Betracht gezogen. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit analer Stimulation. Da diese und insbesondere der Analverkehr mit Schwulen in Verbindung gebracht wird, sind viele nicht bereit, diese Form der Stimulation bei sich auszuprobieren.
Dazu gehört, dass gleichgeschlechtlicher Sex nicht in Frage kommt und falsch ist. Gar die Möglichkeit, dass dies lustvoll sein könnte, auch wenn es nicht mit Gefühlen der Liebe verbunden ist, wird nicht in Betracht gezogen. Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit analer Stimulation. Da diese und insbesondere der Analverkehr mit Schwulen in Verbindung gebracht wird, sind viele nicht bereit, diese Form der Stimulation bei sich auszuprobieren.
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Die meisten Menschen sind bisexuell
Im Jahre 1948 ergab der "Kinsey-Report", dass ca. 90% der Männer bisexuelles Verhalten zeigen. Je nachdem, wie oft man homoerotische Fantasien oder gleichgeschlechtlichen Sex hat, ist man dem "Kinsey-Report" zu folge mehr oder weniger bisexuell. Rein hetero- oder homosexuelle Menschen gibt es demzufolge kaum. Die Gelüste nach gleichgeschlechtlichem Sex scheinen also bei mehr Männern vorhanden zu sein, als zugeben wollen. Bei Einigen sind diese Gelüste wohl lediglich nicht stark genug ausgeprägt.
Im Jahre 1948 ergab der "Kinsey-Report", dass ca. 90% der Männer bisexuelles Verhalten zeigen. Je nachdem, wie oft man homoerotische Fantasien oder gleichgeschlechtlichen Sex hat, ist man dem "Kinsey-Report" zu folge mehr oder weniger bisexuell. Rein hetero- oder homosexuelle Menschen gibt es demzufolge kaum. Die Gelüste nach gleichgeschlechtlichem Sex scheinen also bei mehr Männern vorhanden zu sein, als zugeben wollen. Bei Einigen sind diese Gelüste wohl lediglich nicht stark genug ausgeprägt.













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