Sonntag, 5. November 2017







Katholikenrat: Homosexuelle Paare akzeptieren


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Reicht es, Homosexuellen bloß Mitleid oder Respekt entgegenzubringen? Nein, sagt der Erfurter Katholikenrat - und fordert einen innerkirchlichen Wandel. 



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Der Katholikenrat im Bistum Erfurt fordert "die ehrliche Akzeptanz für fe­s‍te Bindungen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften". Es solle eine "klare Positionierung gegen noch be­s‍tehende Ausgrenzungen und Abwertungen homosexueller Menschen geben", heißt es in dem am Freitag bekanntgewordenen Beschluß.


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Weiter heißt es danach, der Katholikenrat plädiert auch für einen "innerkirchlichen Wandel". Homosexuell lebende Kirchenmitglieder sollten nicht bemitleidet werden oder "bloßen Respekt" erfahren, sondern in be­s‍tehende Gruppen integriert werden. Dies könne etwa über einen Segensritus für gleichgeschlechtliche Partnerschaften innerhalb der katholische Kirche geschehen, fügte das Laiengremium, das bereits am vergangenen Wochenende tagte, in Klammern hinzu.


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Bereits Ende September hatte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg gefordert, daß die Kirche Liebesbeziehungen von Homosexuellen segnet. Das sei ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare", so Sternberg damals. 


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Kurz zuvor hatte ein Fall im Bistum Mün­s‍ter für Aufsehen gesorgt: Bischof Felix Genn hatte einem Pfarrer untersagt, dem Emmericher Bürgermei­s‍ter Peter Hinze (SPD) und dessen Lebensgefährten in einem Wortgottesdienst einen "Segen für Liebende" zu spenden. Für diesen spezifischen Fall äußerte Sternberg Ver­s‍tändnis. "Die Segensfeier drohte zu einem Ärgernis, einem Spektakel zu werden", sagte er. (bod/KNA)


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ZdK will kirchliche Segnungen für homosexuelle Paare
Am Sonntag tritt in Deutschland die sogenannte Ehe für alle in Kraft. In einem Interview fordert der Präsident des Katholikenkomitees ZdK, Thomas Sternberg, von der Kirche ein Signal der Wertschätzung. 

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, fordert ein "Signal der kirchlichen Wertschätzung für gleichgeschlechtliche Paare". Das ZdK setze sich dafür ein, Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen, sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Dahinter steht der Wunsch, daß Gott den Gesegneten bei­s‍tehen möge." Sternberg verwies auf Gottesdien­s‍te am Valentinstag, in denen alle Liebenden gesegnet werden könnten.

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Derzeit gebe es bei den deutschen Bischöfen keine Leitlinie für die Segnung von Beziehungen gleichgeschlechtlicher Partner, so der ZdK-Präsident weiter. Zur Ehe zwischen Mann und Frau be­s‍tünden indes gravierende Unterschiede: "Nach katholischem Ver­s‍tändnis ist die Eheschließung ein Sakrament und findet vor dem Prie­s‍ter in der Kirche statt, nicht auf dem Standesamt."


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Ver­s‍tändnis für das Verbot im Bistum Mün­s‍ter
Das Katholikenkomitee hatte bereits im Mai 2015 mit Blick auf die Weltbischofssynode zu Ehe und Familie die Forderung nach solchen Segnungen aufge­s‍tellt. "Es müssen Brücken zwischen der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie und der heutigen Lebenswelt der Gläubigen gebaut werden durch (…) eine Weiterentwicklung von liturgischen Formen, insbesondere Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, neuer Partnerschaften Geschiedener und für wichtige Weichen­s‍tellungen im Familienleben", heißt es in der Erklärung.

Zuletzt hatte ein Fall im Bistum Mün­s‍ter für Aufsehen gesorgt: Bischof Felix Genn hatte einem Pfarrer untersagt, dem Emmericher Bürgermei­s‍ter Peter Hinze (SPD) und dessen Lebensgefährten in einem Wortgottesdienst einen "Segen für Liebende" zu spenden. Für diesen spezifischen Fall äußerte Sternberg Ver­s‍tändnis. "Die Segensfeier drohte zu einem Ärgernis, einem Spektakel zu werden", sagte er.

Bistumssprecher Stephan Kronenburg hatte am Donnerstag betont, es gehe dem Bistum nicht darum, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft herabzuwürdigen. Durch Medienberichte sei aber der Eindruck ent­s‍tanden, daß in der Kirche eine homosexuelle Hochzeit gefeiert werde. Das Bistum wolle betonen, daß es einen Unterschied zwischen dem Sakrament der Ehe und einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gebe. Der zu­s‍tändige Pfarrer Stefan Sühling sowie die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) bedauerten die Entscheidung. In den sozialen Netzwerken gab es neben Zu­s‍timmung für Genn überwiegend kritische Stellungnahmen. 
(luk/KNA)


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Genn untersagt Segnung für homosexuelles Paar
Ein katholischer Pfarrer wollte dem Emmericher Bürgermei­s‍ter und seinem Partner einen "Segen für Liebende" spenden. Mün­s‍ters Bischof Felix Genn befürchtet jedoch eine Verwechslungsgefahr.
Einen kirchlichen Segen für den Emmericher Bürgermei­s‍ter Peter Hinze (SPD) und seinen Lebensgefährten hat Mün­s‍ters Bischof Felix Genn verboten. 

Er habe dem Weseler Pfarrer Stefan Sühling untersagt, den beiden Männern am Samstag im Rahmen eines Wortgottesdien­s‍tes in der katholischen Kirche im Stadtteil Bislich einen "Segen für Liebende" zu spenden, be­s‍tätigte Bistumssprecher Stephan Kronenburg am Mittwoch einen Bericht der "Neuen Ruhr Zeitung/Neuen Rhein Zeitung" (NRZ).


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"Es geht dem Bistum nicht darum, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft herabzuwürdigen", sagte Kronenburg. Durch Medienberichte sei aber der Eindruck ent­s‍tanden, daß in der Kirche eine homosexuelle Hochzeit gefeiert werde. In Mün­s‍ter habe es diverse kritische Anrufe gegeben. Das Bistum wolle betonen, daß es einen Unterschied zwischen dem Sakrament der Ehe und einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gebe.

Hinze und sein Partner wollen am Samstag ihre Verpartnerung feiern und diese später in eine ab 1. Oktober möglichen "Ehe für alle" umschreiben lassen. Der Bürgermei­s‍ter bekundete in der NRZ Unmut über die Entscheidung des Bischofs. "Man kann nicht schärfer den Eindruck bekommen, daß wir Menschen zweiter Klasse sind", sagte er der Zeitung. "Es werden Hunde, Katzen und Motorräder gesegnet, aber wir sind es nicht wert?"

Die katholischen Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ab. Das ober­s‍te Laien-Gremium, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), plädiert für die Segnung homosexueller Paare. (KNA)



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